
Niedersächsische Elbtalaue – Lüneburger Heide
Auf dieser Motorradtour zum Biosphärenreservat niedersächsische Elbtalaue gibt es inmitten einer wunderschönen Landschaft einiges zu entdecken.
Lüneburger Heide
Strecken-Achsen, Bikertreffs, Tankstellen und fertige Tagesrunden – alles zum Fahren.
Von der Redaktion gefahren und dokumentiert – mit Karte und GPX-Track zum Nachfahren.

Auf dieser Motorradtour zum Biosphärenreservat niedersächsische Elbtalaue gibt es inmitten einer wunderschönen Landschaft einiges zu entdecken.

M&R Lesertreffen Lüneburger Heide 2017 Fünf Schweizerinnen und Schweizer, dazu ein Paar aus Frankreich nahe der Grenze zum Saarland, ein niederlä

Viele werden jetzt die Nase rümpfen und behaupten, da könne man ja kein Motorrad fahren – jedenfalls nicht so richtig. Irrtum, auf unserer Tour durch die Heide kann man viel erleben.

Beim M&R-Lesertreffen in der Lüneburger Heide ging es international und humorvoll zu. Auf dieser Motorradtour statten wir Weser und Aller einen Besuch ab.

Mittendrin und rund um Celle gibt es eine Menge zu entdecken. Diese Roadbooktour verbindet viele dieser interessanten Sehenswürdigkeiten und ein paar schicke Kurven gibt es auch.

Wer hätte geglaubt, dass Hamburg so viel für Motorradfahrer zu bieten hat. Gerade die hier vorgestellte Runde bietet neben einigen doch recht netten Kurvenstrecken allerlei Interessantes wie Deiche, Windmühlen oder mit Reet gedeckte…
Wo die Heide nach Osten in die Elbtalaue ausläuft, fehlt dem Fluss über lange Abschnitte jede Straßenbrücke. Wer von der niedersächsischen Seite ans andere Ufer will, nimmt eine der kleinen Auto- und Motorradfähren, die den Strom bedienen – die bekannteste zwischen Bleckede und Neu Darchau. Für die Tourenplanung sind sie kein Anhängsel, sondern das eigentliche Streckenelement: Ohne die Fähre bleibt nur der weite Umweg zur nächsten Brücke.

Auffahren und Abfahren laufen über Stahlrampen und ein Metalldeck, die bei Nässe und Tau oft glatt sind. Deshalb im Schritttempo auffahren, aufrecht und geradeaus, die Füße bereit, und hektisches Bremsen auf dem Blech vermeiden. An Bord den Gang herausnehmen und die Maschine so abstellen, wie das Fährpersonal es anweist.
Verlassen sollte man sich auf keine Fähre blind: Der Betrieb ist wetter- und jahreszeitabhängig. Hochwasser, Eisgang im Winter und ausgeprägtes Niedrigwasser können die Überfahrt tageweise stoppen. Wer eine Rundtour über beide Elbufer legt – Richtung Amt Neuhaus und ins Wendland um Hitzacker – plant für diesen Fall eine Ausweichroute über Land ein, statt vor geschlossener Rampe zu stehen.
Ein großer Teil der mittleren Heide gehört zum militärischen Übungsgelände von Munster und Bergen. Einzelne öffentliche Durchfahrten am Rand der Plätze sind nicht dauerhaft frei, sondern werden während des Schießbetriebs gesperrt. Angezeigt wird das durch geschlossene Schranken sowie rote Fahnen und rote Warnlampen. Ist gesperrt, ist gesperrt – auch wenn die Straße dahinter leer und befahrbar aussieht.
Hinter der Beschilderung „Militärischer Sicherheitsbereich" gilt eine klare Regel für Biker: auf der Straße bleiben, nie für den Fotostopp in die Heide abbiegen. Auf den Übungsflächen steckt Kampfmittel im Boden, Blindgänger eingeschlossen; Metallteile am Wegrand lässt man liegen. Das ist kein Restrisiko-Gerede, sondern der Grund, warum die Flächen überhaupt abgesperrt sind.
Munster ist zugleich Garnisonsstadt. Auf den umliegenden Bundes- und Landstraßen begegnen einem Militärkonvois und Schwertransporte – langsam, breit und mit großem Abstand untereinander. In einen fahrenden Konvoi drängelt man sich nicht hinein und pflückt ihn nicht Fahrzeug für Fahrzeug beim Überholen auseinander; entweder sauber am Stück vorbei oder abwarten. Fürs Streckennetz heißt das: Die durchgehend fahrbaren Verbindungen liegen außen, der Bogen um die Plätze gehört fest in die Planung.
Rund um den Wilseder Berg endet die Straße, bevor das Sehenswerte anfängt. Das Naturschutzgebiet mit dem autofreien Dorf Wilsede bleibt für Motorräder tabu; die Zufahrtsorte Undeloh, Niederhaverbeck und Oberhaverbeck sind das Ende des Asphalts. Wer hinein will, stellt die Maschine am Ortsrand ab und geht die letzten Kilometer zu Fuß oder fährt mit der Pferdekutsche. In der Praxis plant man diese Orte als Wendepunkt ein, nicht als Durchfahrt.
Zur Heideblüte im Spätsommer – meist ab Mitte August für nur wenige Wochen – ist genau dieser Ring die Verkehrs-Hochsaison der Region. Reisebusse, Wohnmobile, Radfahrer und viele Fußgänger teilen sich dann die schmalen Zufahrten; die Parkflächen an den beliebten Heideorten sind früh belegt. Wer die violetten Flächen ohne Gedränge sehen und in Ruhe parken will, ist am frühen Vormittag unterwegs und meidet die Nachmittagsspitze.
Der Belag tut das Seine: In den Heidedörfern und auf alten Alleen liegt vielerorts Kopfsteinpflaster, dazu tragen angrenzende Feldwege Sand und Split auf die Fahrbahn. Nass und in Schräglage bietet beides wenig Grip. In den engen, zur Blütezeit belebten Ortsdurchfahrten ist ohnehin Schrittnähe angesagt – niedriger Gang, Blick auf den Untergrund und Bremsmanöver möglichst aufrecht statt in Schräglage.
Rund 130 km, etwa 3 Stunden reine Fahrzeit. Von Soltau über die B3 in Richtung Süden nach Bergen, weiter auf Nebenstraßen über die Südheide nach Celle. Die Anfahrt führt durch ausgedehnte Kiefernwälder und kleine Heideflächen. Highlight: die Fachwerk-Altstadt und das Welfenschloss von Celle. Einkehr: ein Café oder Gasthaus in der Celler Altstadt. Auf dem Rückweg lohnt ein Abstecher zum Kloster Wienhausen östlich von Celle.
Rund 90 km, etwa 2,5 Stunden plus Wanderzeit. Von Bispingen über Behringen und die schmalen Heidestraßen nach Undeloh, weiter nach Niederhaverbeck und Oberhaverbeck. Diese Anfahrtsstraßen zum Naturschutzgebiet zählen zu den schönsten der Region. Highlight: Motorrad in Undeloh oder Niederhaverbeck abstellen und zu Fuß oder per Kutsche zum Wilseder Berg und in den Totengrund. Einkehr: die Gasthöfe in den Heidedörfern. Diese Runde bleibt kurz, weil das eigentliche Erlebnis das Wandern im autofreien Herzen der Heide ist.
Rund 150 km, etwa 3,5 Stunden. Von Lüneburg über die B216 nach Osten Richtung Dahlenburg, weiter zum Elbtal und entlang des Stroms, dann zurück über Amelinghausen und die B209. Highlight: die Hansestadt Lüneburg mit Salzmuseum, Stintmarkt und Wasserturm; dazu die weite Flusslandschaft an der Elbe. Einkehr: am Stintmarkt in Lüneburg. Diese Runde verbindet Stadt, Heide und Strom und ist auch bei wechselhaftem Wetter dankbar, weil viele überdachte Stopps am Weg liegen.
Rund 120 km, etwa 3 Stunden. Von Soltau dem Böhmetal folgend über Bad Fallingbostel in Richtung Walsrode, dann zurück über Schneverdingen. Highlight: das grüne Flusstal der Böhme mit Wiesen und Wäldern, dazu auf Wunsch der Weltvogelpark Walsrode. Einkehr: ein Gasthaus in Bad Fallingbostel oder Walsrode. Der Abstecher ins Pietzmoor bei Schneverdingen mit dem Bohlenweg lässt sich gut einbauen – Maschine am Parkplatz lassen, kurze Moorrunde zu Fuß.
Rund 140 km, etwa 3,5 Stunden. Von Schneverdingen über die nördlichen Heideflächen Richtung Munster, dann der Örtze folgend über Müden in Richtung Uelzen und zurück. Highlight: die ruhigen Flussläufe der Örtze und die weiten Wald-Heide-Wechsel im Osten der Region; zum Abschluss das Kloster Ebstorf mit der Ebstorfer Weltkarte. Einkehr: in Müden/Örtze oder Ebstorf. Diese Runde führt durch den ruhigeren, weniger überlaufenen Teil der Heide.
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