motorradlueneburgerheide.de
Start Natur

Lüneburger Heide

Natur in der Lüneburger Heide

Wald, Wasser und Tierwelt — was sich gerade verändert und wo man es sieht.

Kultur & Sagen

Sagen von Totengrund, Salzsau und den Irrlichtern im Moor

Die Heide ist eine alte Kulturlandschaft, und ihre weiten, einsamen Flächen, die Moore und die nächtlichen Nebel haben über Jahrhunderte Erzählungen hervorgebracht. Schriftsteller wie Hermann Löns, der als „Heidedichter“ bekannt wurde, haben dieses Bild mitgeprägt. Was folgt, sind Volkssagen, keine Chronik.

Motorrad steht in blühender lila Heide am Waldrand
Blühende Heide an den Sandwegen der Südheide

Die bekannteste Sage rankt sich um den Totengrund, den großen Talkessel rund einen Kilometer südlich von Wilsede. Der Sage nach sollen hier zwei verfeindete, militärisch organisierte Riesengeschlechter aufeinandergetroffen sein – das eine aus Reinsehlen, das andere aus Einem. Die Gefallenen dieser Riesenschlacht seien im Talgrund begraben worden, woraus sich der Name „Totengrund" erkläre. Geologisch ist der Kessel freilich anders entstanden – wahrscheinlich durch kaltklimatische Prozesse der letzten Eiszeit –, doch die Riesensage gehört bis heute fest zum Ort.

Eine Gründungssage erklärt den Salzreichtum von Lüneburg. Der Sage von der Lüneburger Salzsau zufolge erlegten Jäger ein Wildschwein, dessen Borsten von weißen Kristallen starrten. Sie folgten der Spur des Tieres und stießen so auf die salzhaltige Quelle, aus der über tausend Jahre der Reichtum der Stadt floss. Ein erhaltenes Salzsau-Motiv erinnert in Lüneburg an diese Überlieferung.

Vom Bullen von Bardowick erzählt man, ein Stier habe Herzog Heinrich dem Löwen eine Furt durch das Gewässer gewiesen und ihm so die Eroberung der einst mächtigen Handelsstadt Bardowick ermöglicht – ein Gründungsmotiv, wie es viele norddeutsche Orte kennen.

Motorrad auf einem breiten Sandweg zwischen Heideflächen
Sandweg durch die Südheide

Allgegenwärtig in der Heide ist das Motiv der Irrlichter über den Mooren. Der Sage nach sollen die tanzenden, bläulichen Lichter über dem nächtlichen Moor verirrte Wanderer von den festen Pfaden weglocken, tiefer und tiefer ins Moor hinein, bis der Boden nachgibt. Plattdeutsch werden solche neckenden Moorgeister mancherorts als „Tückebold" oder ähnlich benannt. Was die Volkskunde als Erzählung deutet, hat einen realen Kern: Über Mooren können sich tatsächlich diffuse Lichterscheinungen zeigen, und der nasse Untergrund war für den nächtlichen Wanderer real lebensgefährlich.

Wie überall in Norddeutschland kennt auch die Heide Geschichten von weißen Frauen und nächtlichen Erscheinungen – etwa die überlieferten Prozessionen geisterhafter „weißer Mönche“ rund um die Lüneburger St.-Michaelis-Kirche. Solche Gestalten tauchen in der Sagensammlung der Region regelmäßig auf, ihre konkrete Form wechselt von Ort zu Ort.

Sehenswert

Natur-Stopps am Wegesrand: Heideblüte, Pietzmoor und Heidschnucken

Das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide ist das älteste und größte Naturschutzgebiet Niedersachsens. Erstmals 1921 als Naturschutzpark ausgewiesen und 1922 förmlich unter Schutz gestellt, umfasst es heute rund 23.440 Hektar. Den Grundstein legte 1906 Pastor Wilhelm Bode, der mit einer Spende von 6.000 Goldmark die Fläche rund um den Totengrund ankaufte und damit den frühen Naturschutz in Deutschland mitbegründete. Das Kerngebiet rund um Wilsede ist bis heute autofrei – ein wesentlicher Grund, warum die Landschaft so ursprünglich wirkt.

Der absolute Höhepunkt des Naturjahres ist die Heideblüte. Von Anfang August bis Ende September färbt das Besenheidekraut die Flächen in ein weites, lilafarbenes Blütenmeer. Besonders eindrucksvoll ist dieses Schauspiel im Totengrund bei Wilsede, wo sich an frühen Septembermorgen oft noch Bodennebel über das blühende Tal legt. Wer die Blüte erleben will, sollte allerdings wissen: Es ist die Hauptsaison, die Parkplätze und Dörfer sind voll, und an Wochenenden wird es eng.

Für ein Naturerlebnis abseits der trockenen Heide lohnt das Pietzmoor bei Schneverdingen, das größte zusammenhängende Moor der Lüneburger Heide. Auf rund fünf Kilometern führt ein Bohlenweg über Stege durch eine über 8.000 Jahre alte Hochmoorlandschaft. Seit dem 16. Jahrhundert wurde hier Torf gestochen, der in der weitgehend baumlosen Heide das Brennholz ersetzte. Heute leben im Moor Wollgras, Torfmoose, Sonnentau und mit etwas Glück Libellen, Moorfrösche und seltene Vögel. Das Motorrad bleibt am Parkplatz, die Runde geht zu Fuß.

Durch die Heide ziehen außerdem ruhige, klare Flüsse. Die Örtze zieht sich über rund 62 Kilometer durch die Heide, vorbei an Müden/Örtze, bis sie bei Winsen in die Aller mündet; sie gilt als einer der schönsten und abwechslungsreichsten Heideflüsse – bei Paddlern besonders beliebt. Die Böhme fließt auf etwa 71 Kilometern durch den Heidekreis über Soltau und Bad Fallingbostel zur Aller; das Böhmetal mit seinen Wiesen und schattigen Wäldern ist ein schönes Ziel für eine gemütliche Pause am Wasser. Beide Flusstäler bieten Rastplätze und Einkehrmöglichkeiten an den Brücken und Ortsdurchfahrten.

Charakterbild der Heide sind die Heidschnucken, eine kleine, robuste, an die rauen Bedingungen angepasste Schafrasse. Die Graue Gehörnte Heidschnucke wird heute gezielt zur Landschaftspflege eingesetzt – ohne die abweidenden Herden würde die offene Heide rasch verbuschen und wieder zu Wald werden. Begegnet man einer Herde mit Schäfer am Straßenrand, ist Geduld angesagt: anhalten, durchlassen, und die Gelegenheit für ein Foto nutzen.

Passt auch dazu

Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten, Sagen & Kultur der Region

Ansehen

Motorradtouren

Strecken-Achsen, Bikertreffs & Tankstellen

Ansehen

Reviere

Die Teilräume der Region – Charakter & Strecken

Ansehen

In der Nähe

Benachbarte Motorradregionen – weitere Strecken-Guides aus dem Netzwerk:

Motorrad Harz über den Elm auf kleinen Landstraßen Motorrad Weserbergland Motorrad Holsteinische Schweiz